Vier Präsidenten hatte unser Verein bisher:
1968 bis 1994 Rolf Fliedner
1995 bis 1999 Thomas Nicolai
2000 bis 2006 Michael Danz
2006 bis 2009 Siegmar Mücke
ab 2009 Peter Schowanek
Seit 1994 ist die Narrhalla des AKC der Kaisersaal zu Erfurt.
Rolf Fliedner, der unseren Verein 1968 in einer "eingemauerten" Welt als Betriebskulturgruppe des Erfurter VEB Geodäsie und Kartografie gründete sei Dank.
Aber er war nicht nur Gründer. Nein, er brillierte auf unseren Veranstaltungen als Büttenredner der Güteklasse 1. Erinnert sei an seinen Auftritt als "Heizer vom Kraftwerk Ost" anno 1988. Doch, der Meister des gesprochenen Wortes überspannte nach Meinung der staatlichen überwacher den Bogen des Erlaubten und bekam Sprechverbot.
1990 sprach er wieder und verpasste unserem Land als "Tapezierer" die erhofften und gut tuenden frischen Farben.
Dann kam er als Preußischer Gendarm in die Bütt und avancierte mit seinen geschliffenen, treffsicheren und politisch nuancierten Worten zum Höhepunkt jeglicher närrischer Veranstaltung.
Otto Göldner war damals bei der Gründung mit von der Partie. Er ist einer der beiden Gründungsmitglieder, die uns blieben.
Nächstes Jahr soll er seinen 70. Geburtstag feiern, heißt es, man sieht es ihm nicht an und das schreiben wir nicht nur, weil er es gern hört.
Auch er hat eine bemerkenswerte Tradition als einer unserer Büttenredner.
1985 stand er gekonnt wetternd als "Marktweib" mit Wilfried Reinz das Flair der Erfurter Marktweiber auf den närrischen Bühnen Erfordias. 1994 versuchte er mit erhobenem Zeigefinger als "Dorfschulmeister" aus alter zeit Zucht und Ordnung zurück zu holen. Und ein Jahr später war er kein geringerer als der "Apotheker Tromsdorff" und wusste mit seinen Kenntnissen aus der Naturmedizin Lachmuskeln zu strapazieren.
Und schon sind wir von den Gründungsmitgliedern bei den Büttenrednern angelangt.
Nennen wir also Helga Nicolai, unsere Helga.
1987 kam sie mit einem Paukenschlag als "Luxushostess vom Erfurter Hof" auf die Bühne und hatte einen Wahnsinnserfolg. Ein Jahr später verwaltete sie als "Kaltmamsell" mutig und pointiert die Mangelwirtschaft, um wieder ein Jahr später als Zeitungsfrau vorzulesen, was nicht in der Zeitung stand.
Dann kam die Wende, Helga wendete sich nicht und machte in ihrem Stil weiter, mutiger als je zuvor natürlich. Als "Putzfrau der Wende" macht sie Kehraus mit alten Seilschaften und Wendehälsen. Jahr um Jahr folgten die "Reisetante", die "Jungunternehmerin", die "Germania", die "ausgeflippte Oma", die dümmliche Beamtenfrau“ und eine "Autokäuferin", um dann 2003 als "Adam" mit "Eva" die Bühne zu betreten und den Beweis zu erbringen, warum Männer nicht zuhören können.
Karsten Asmus war bei uns bisher der Jüngste in der Bütt. Dass er der Enkel von Helga Nicolai ist, weiß jeder, der Vollständigkeit halber, sei es trotzdem aufgeschrieben.
Im Jahre 2000 zeigte er als "Geplagtes Kind" wie schwer man es mit Eltern und Geschwistern haben kann. Hernach kam er als "glücklicher Schüler" daher, der einiges über die Zustände in unseren Schulen zu sagen wusste. 2002 zauberte er sich als "Harry Potter" in einer Gemeinschaftsbütt mit Oma Helga die Welt nach seinen Vorstellungen zurecht. Zum (hoffentlich nicht) letzten Mal stand er dann 2003 als Jugendlicher auf der Bühne, der einiges über die Schwierigkeiten mit seinen pubertierenden Eltern loswerden wollte.
Käme er wieder, wäre das ein echter Gewinn für unseren Verein und bei seinen erblichen Voraussetzungen müsste das doch zu machen sein.
Der Vollständigkeit halber sei auch dies über ihn gesagt: 1995 bis 1997 tanzte er als Tanzmajor in der Kindergarde.
Peter Schowanek schlüpft seit 1998 gern und gut in die Rolle als Protokoller und glossiert tagesaktuell, was so geschieht auf den politischen Bühnen beim Bund, im Land und in der Stadt. Gut, dass er nun bei uns auch moderiert und in Fernsehqualität durch das Programm führt.
Birgit Pelke kam ein paar Jahre lang als Putzfussel vom Bundestag, dekoriert mit Kopftuch und DDR-typischer Dederonkittelschürze in die Bütt. Lachmuskeln strapazierend berichtete sie dort von ihren Erfahrungen mit Hochpolitikern, natürlich aus der Sicht der untersten Ebene.
Frank Wenzel ist unser Security-Mann auf der Bühne, der sich mit fein geschliffenem Wort um die Sicherheit aller und in allen Lebenslagen müht.
Die Marktweiber Erna (Wilfried Reinz) und Paula (immer mal wechselnd) schauten viele, viele Jahre lang auf dem Domplatz dem Volk aufs Maul. Gegründet 1985, da war Otto Göldner noch die Paula, gehen sie heuer in das 23. Jahr ihrer herrlichen Glossen und gespielten Witze. Erinnern wir uns an den Ketchup-Song, getanzt von eben diesen beiden Marktweibern. Köstlich!
Die Straßenmusikanten, das sind heute Wilfried Reinz und Frank Hamatschek. Und sie gehören heute zum Programm des AKC wie das Salz in der Suppe. Man mag sie, man hört gern ihren Texten zu und man fällt gern ein in ihren Refrain "Aber wenn man so eine Musi hört, ist alles wieder gut". Ins Leben gerufen wurden diese unverwechselbaren Figuren von Wolfgang Seefeld und Thomas Nicolai im Jahre 1990. Und das ist heuer auch schon wieder 17 Jahre her.
Die Puffbohne alias Frank Hamatschek hat sich in dieser Figur zur stadtbekannten Erfurter Puffbohne gemausert. Deftig, rund und gesund bringt er Witziges aus dem zwischenmenschlichen Bereich auf Erfurts Narrenbühnen. Nicht zu vergessen sein Gesang, den er hier und da "sich selbst auf die Schippe nehmend" wirkungsvoll einzusetzen weiß.
Die Angerspatzen überzeugen durch treffsichere Texte inhaltlich politisch fein dosiert, äußerlich frisch und immer wieder neu, mitreißend durch eingängige Melodien, die gefallen, weil man sie kennt.
1982 gegründet, feiern die Angerspatzen jetzt ihr 25jähriges Bühnenjubiläum. Von Anfang an dabei ist Otto Göldner, der Oberspatz sozusagen. Immer etwas zum Schreiben dabei, sammelt er das ganze Jahr über die Ideen, die dann unmittelbar vor der heißen Phase singfest gemacht werden. Was entsteht, sind wieder und wieder Liedern zum Nachdenken und zum Glück auch zum Mitsingen.
Zusammengetragen von Monika Lippmann-Fritschler.